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Unlängst kriegte ich zufällig einen Prospekt für iPod-Zubehör in die Finger. Ich blätterte die Seiten durch und stiess schliesslich auf ein längst überfälliges Produkt. Überfällig zumindest für alle iPhone-User und Musik-Aficionados. Wovon ich höchstens letzteres bin. Denn wer schon mal versucht hat, seinen fetten DJ-Kopfhörer in das kleine Wunderding (unter Obsthändlern anerkanntes Synonym für iPhone) zu stecken, der erlebt sein blaues Wunder. Denn der Stecker passt partout nicht in die Buchse. Nicht, dass Stecker und Öse im Durchmesser nicht kompatibel wären. Nein, da herrscht grosse Harmonie. Doch das Ding ist einfach zu kurz. Wie fest man auch drückt und murkst, der Stecker rastet nicht ein. Wunderbar! So konnte man bis anhin lediglich mit dem mitgelieferten Billig-Kopfhörer Musik hören. Denn Apple hat den Längeren. Macht zwar sowieso nichts, wir leben ja in einer Welt, in der Musik mit 128 bis 192 Kilobits pro Sekunde dahinscheppert. Apples iTunes-Store re-etablierte hier die lausigen 128 Kilobits, während sich in jeder Tauschbörse schon Jahre zuvor immerhin 192 Kilobits als Standart durchgesetzt hatten. Hier könnte uns ein anständiger Kopfhörer immerhin so was wie Qualität (oder gar Hörgenuss) vorgaukeln. Doch daraus wird nichts, in die Buchse kommt nur, was direkt von Apple stammt. Die Strategie dahinter ist so gerissen wie einfach zu durchschauen. Die Kopfhörer von Apple stechen dank ihrem unverkennbaren Weiss aus jeder Menschenmenge heraus. Jeder iPhoner und jede iPodderin werden umgehend zu Werbeträgern von Steve Jobs Firma. Ein dichtes Netz von wandelnden Reklameschildern überzieht den Planeten (und vielleicht sogar die Ozeane). Überaus praktisch! Was sonst Milliarden an Werbegeldern verschlingen würde, erreicht Apple durch das Erweitern der weltweit üblichen Klinken-Länge. Es überrascht auch wenig, dass in iPod-Inseraten die Kopfhörer das eigentlich dominierende Element der Grafik sind. Doch jetzt wird also alles anders! Neu kommen auch anspruchsvolle Ohren auf ihre Kosten – werden zuvor allerdings noch kurz zur Kasse gebeten. Neun Euro und neunundneunzig Cent kostet der praktische Klinken-Adapter, womit Apple nun auch Sony, Panasonic oder Sennheiser an seine Öse lässt. Man kann Apple als Computerhersteller noch so hochschätzen, doch dieser kleine Stecker-Adapter bringt die gesamte Firmenpolitik von Apple auf den Punkt und entblösst die hässliche, mafiöse Fratze der Mostpresser aus Kalifornien. So banal, dass es nicht mal eine Bauernweisheit ist: Ein angebissener Apfel fault früher oder später und stinkt! (Sage ich und tippe diese Kolumne halt doch auf meinem chicen MacBook... ach, quelle élégance!)



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